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Weizen
Versuche mit gentechnisch verändertem Weizen stoßen auf Widerstand (Foto: Maren Borgerding)

taz veröffentlicht Bekennerschreiben

18.07.2011

Nach der Zerstörung von Versuchsfeldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen auf dem Gelände des Schaugartens Üplingen vor einer Woche ist der Tageszeitung (taz) ein Bekennerschreiben zugegangen. "Ein paar vermummte Landwirtinnen und Landwirte" sowie „Freundinnen und Freunde“ schickten es an die Projektwerkstatt Saasen. Mit dabei waren weitere Dokumente, die die Feldzerstörer bei ihrer Aktion mitnahmen. Sie stammen aus den Unterlagen des für die Zeit der Aktion festgehaltenen Wachpersonals und enthalten Informationen über die Standorte der Versuche sowie Handlungsanweisungen an das Personal im Falle unerwünschten Besuchs. Die Dokumente sind im Blog der taz abrufbar.

Anti-Gentechnik-Aktivisten sind letzten Montag auf das Gelände des Schaugartens Üplingen eingedrungen und hatten Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen zerstört und das Wachpersonal festgehalten. Drei Tage zuvor spielte sich auf den Feldern des Agrobiotechnikums in der Nähe von Rostock Ähnliches ab. Die Täter zerstörten neben gentechnisch veränderten Kartoffeln auch Weizen, dessen Aussaat von verschiedenen Seiten kritisiert worden war, da der Freisetzungsantrag nicht rechtens war. Die Uni Rostock, die den Antrag gestellt hatte, soll Angaben aus einem zehn Jahre alten Antrag der ETH Zürich einfach übernommen haben, so die Vorwürfe. "Der Versuch ist damit wissenschaftlich unseriös und nicht genehmigungsfähig gewesen", argumentiert die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Außerdem sei die bewußte Inkaufnahme von Verunreinigungen durch eine Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen auch eine Form von Gewalt. Schließlich gäbe es gute Argumente der Ablehnung seitens Bürgern, Bauern und Wissenschaftlern, so die AbL.