Dossier Gentechnik & Glyphosat ("Roundup")

Zahlen, Grenzwerte, Risiken - Überblick über Roundup und Glyphosat  hier

Roundup-Einsatz und Gentechnik-Pflanzen

Die Pestizide werden mit Flugzeugen auf die Felder gebracht, landen aber auch auf anliegenden Grundstücken. Foto: GMWatch
Die Pestizide werden mit Flugzeugen auf die Felder gebracht, landen aber auch auf anliegenden Grundstücken. Foto: GMWatch

Die große Mehrheit der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen ist hebizidresistent, d.h. widerstandsfähig gegen Pflanzengifte. Die Spritzmittel können ungehindert auf die Pflanzen aufgebracht werden, während alles andere Grün um sie herum abstirbt. Das Gentechnik-Saatgut für die Pflanzen sowie die Spritzmittel werden meist vom selben Hersteller angeboten. Der US-Konzern Monsanto ist Marktführer beim Verkauf von gentechnisch veränderter RoundupReady Soja und dem dazugehörigen Spritzmittel Roundup. Großflächiger Anbau in den USA sowie in Lateinamerika spült Milliarden in die Kassen von Monsanto. Doch während die Konzern-Kassen klingeln, leiden Menschen und Umwelt.

Unkräuter werden resistent

Ein weit verbreitetes Problem ist die Entstehung von widerstandsfähigen Unkräutern. Durch die einseitige Anwendung von Roundup und dessen Wirkstoff Glyphosat bilden sich immer mehr Resistenzen heraus. Die häufige Reaktion der Landwirte und Empfehlung der Agrar-Konzerne: noch mehr und verschiedene Gifte spritzen. Eine weitere Strategie der Gentechnik-Konzerne besteht darin, neue Pflanzen zu entwickeln, die mehrere Resistenzen aufweisen (sogenannte stacked events).

Menschen werden krank

Der vermehrte Einsatz von Pflanzengiften ist gefährlich für Menschen, wie immer mehr Studien zeigen. In Argentinien lebt die Bevölkerung teilweise direkt an den Feldern und klagt über Missbildungen, Fehlgeburten und Krebserkrankungen. Der Verein Testbiotech berichtet zudem, dass Glyphosat-Rückstände in Futter- und Lebensmitteln gesundheitliche Gefahren für Verbraucher mit sich bringen können. Es ist nicht auszuschließen, dass insbesondere Zusatzstoffe wie POE-Tallowamine, die als Benetzungsmittel dienen, auch in tierische Produkte und damit in unsere Nahrungskette übergehen.

Das Medizinische Labor Bremen schrieb 2012: "Die Einschätzung von Glyphosat und seiner Begleitstoffe (POEA) als unbedenkliches Herbizid hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Neue Studien weisen auf deutliche gentoxische, reproduktionstoxische, hormonelle und zellschädigende (Plazenta, Nabelschnur, Embryo) Wirkungen hin." Quelle

Studien

Studie bestätigt Giftigkeit von Glyphosat-Zusatzstoffen

Eine neue Studie französischer Wissenschaftler bestätigt die Annahme, dass die in Roundup und anderen glyphosat-haltigen Pestiziden als Zusatzstoffverwendeten PEO-Tallowamine besonders giftig sind. Gefährlich sind sie insbesondere auch für menschliche Zellen. Die Studie erschien im renommierten Journal "Toxicology".

 ScienceDirect: Ethoxylated adjuvants of glyphosate-based herbicides are active principles of human cell toxicity (online September 2012, print Frühjahr 2013)

Der Stand der Forschung zu Glyphosat

Eine Auswertung zahlreicher Untersuchungen zu Glyphosat zeigt die Risiken für Umwelt und Gesundheit, die von dem Spritzmittel ausgehen. Die Autoren des Institute of Science in Society kommen zu dem Schluss, dass Glyphosat verboten werden sollte.

 ISIS: Why Glyphosate should be banned, Oktober 2012

Studie: Zell- und DNS-Schäden in Mund und Rachen durch Roundup

Das auch hierzulande häufig verwendete Spritzmittel Roundup des Konzerns Monsanto (Wirkmittel Glyphosat) ruft beim Einatmen Zell- und Erbgutschäden in Mund und Rachen hervor. Vor allem Landwirte sind betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Krebsforschung an der Medizinischen Universität Wien.

 Zusammenfassung der Studie (in Englisch), Juli 2012

Gesundheitsrisiken durch Pestizide in Gentechnik-Landwirtschaft

Eine Studie der argentinischen Forscherin Silvia Lopez und ihrer KollegInnen untersucht die Auswirkungen des Pestizideinsatzes in der Gentechnik-Landwirtschaf Südamerikas auf die menschliche und tierische Gesundheit.

Darin schreiben sie u.a.:

- "Die bisher verfügbaren Daten erlauben uns den Rückschluss, dass Glyphosat nicht mit einem IPM (Integrated Pest Management), das auf natürliche Fressfeinde setzt, kompatibel ist. Die Bewahrung der Biodiversität scheint eine solide Alternative für eine nachhaltige Landwirtschaft zu sein. Dennoch ist die Erhaltung der Artenvielfalt in natürlichen und landwirtschaftlichen Umgebungen durch den intensiven und kontinuierlichen großflächigen Einsatz von Glyphosat bedroht." (S. 63)

- "Die Ergebnisse, die GBH [Glyphosat-basierte Herbizide] (und möglicherweise andere Chemikalien) mit einer erhöhten Aktivität des RA-Signalwegs [retinoic acid] in Verbindung bringt, könnte das häufigere Auftreten von embryonalen Missbildungen und spontanen Schwangerschaftsabbrüchen erklären, die bei Bevölkerungen auftreten, welche mit Pestiziden in Berührung kommen." (S. 63)

  Link zur Studie [Englisch] aus: Advances in Molecular Toxicology (2012)

Bericht: EU ignoriert Gefahren durch Roundup

Laut dieses Berichts wussten sowohl die Industrie also auch die EU-Kommission schon seit Langem von der Gefährlichkeit von Roundup. Auch dass der Wirkstoff schon geringen Mengen Schädigungen hervorrufen kann, war wohl bekannt. Die Autoren des Berichts kritisieren außerdem, dass die Öffentlichkeit über die Gefahren nicht informiert wurde.
 Earth Open Source: Roundup and Birth Defects - Is the public being kept in the dark?, Juni 2011

Glyphosat & Agro-Gentechnik

Diese Studie beschreibt die Risiken des Anbaus herbizidresistenter Pflanzen für die Umwelt und die konkreten Gesundheitsgefahren für den Menschen. Mit dem Anstieg des Anbaus steigt auch der Verbrauch der Herbizide. Insbesondere in den USA und Lateinamerika wird RoundupReady-Soja großflächig angebaut. Dort werden Böden und Gewässer vergiftet und die Menschen leiden an Krebs und Fehlbildungen, weil sie in direkter Umgebung der Felder leben.
 NABU: Glyphosat & Agro-Gentechnik, April 2011
 NABU-Dokumentarfilm: Krankheit, Unfruchtbarkeit, Tod, Januar 2011

Vorsicht „Giftmischer“: Gentechnisch veränderte Pflanzen in Futter- und Lebensmitteln

Wie der Report von Testbiotech zeigt, können Glyphosat-Rückstände in Futter- und Lebensmitteln gesundheitliche Gefahren für Verbraucher mit sich bringen. Es ist nicht auszuschließen, dass insbesondere Zusatzstoffe wie POE-Tallowamine, die als Benetzungsmittel dienen, auch in tierische Produkte und damit in unsere Nahrungskette übergehen. Bereits in viel geringeren Mengen als bisher angenommen kann das Pflanzengift gefährlich für das menschliche Fortpflanzungs- und Nervensystem sowie für die Entwicklung von Embryonen sein.

 Testbiotech-Report, April 2011

GV-Soja: Nachhaltig? Veranwortungsbewusst?

Der argentinische Professor Andrés Carrasco und seine Kollegen weisen in einer Studie die Gefährlichkeit des Spritzmittels Roundup nach, das auf Gentechnik-Soja-Äckern massenweise angewendet wird. Auf der Konferenz Gentechnikfreies Europa 2010 in Brüssel stellte Carrasco seine Studie vor, die sich mit den Auswirkungen des meistverkauften Pestizids auseinandersetzt. Die Studie widerlegt die Behauptungen der Gentechnik-Industrie, die den Anbau von Gentechnik-Soja stets als nachhaltig verkaufen will. Die Studie (auch auf deutsch), Interviews und Fotos finden Sie bei GMWatch:

 GMWatch: GM Soy: Sustainable? Responsible? Reports

 Studie auf deutsch,  Zusammenfassung

Séralini: Schädigung menschlicher Zellen durch Glyphosat

Rückstände des Herbizids Glyphosat können bei menschlichen Zellen schädlich und sogar tödlich wirken - selbst bei sehr niedrigen Mengen. Das ergibt eine französische Studie der Universität Caen. Das französische Forscher-Team untersuchte die Wirkung von vier Herbiziden in der Zusammensetzung des Monsanto-Produkts auf unterschiedliche menschliche Zellgruppen. Trotz einer 1000-fachen Verdünnung führte der Einsatz zu einem völligen Zellsterben in nur 24 Stunden, er blockierte die Zellatmung und verursachte DNA-Schäden.
 Benanchour, Seralini: Glyphosate Formulations Induce Apoptosis and Necrosis in Human Umbilical, Embryonic, and Placental Cells, Januar 2009

Mehr Gift durch den Anbau von Gentechnik-Pflanzen

Der Einsatz von gentechnisch veränderten Mais-, Soja- und Baumwolle-Pflanzen hat in den USA zu einem stark angestiegenen Verbrauch von Pestiziden geführt. Dies besagt eine Studie, die von mehreren Umweltorganisationen erstellt wurde. Demnach führt der Einsatz von Gentechnik auch zu einer Ausbreitung von Unkräutern, die gegen Pflanzengifte resistent sind. Außerdem sind die Pestizid-Rückstände in Lebensmittel angestiegen. Für die Studie wurden offizielle Daten zum Pestizidverbrauch des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums ausgewertet. Zwischen 1996 und 2008 ist der Verbrauch von Herbiziden um 383 Millionen Pfund angestiegen.

 Charles Benbrook: Impacts of Genetically Engineered Crops on Pesticide Use: The First Thirteen Years, November 2009
 GMWatch: GM crops cause big jump in pesticide use: report
  ots.at: Benbrook-Report straft Gentechnik-Lobby Lügen

RoundupReady Sojabohne – Wiederzulassung in der EU?

Dieses Gutachten wurde im Auftrag des BUND und Friends of the Earth Europe erstellt und beschäftigt sich mit den Auswirkungen auf die Gesundheit, ökologischen sowie sozioökonomischen Effekten des Anbaus der RoundupReady Sojabohne vor dem Hintergrund der Frage, ob die Zulassung in der EU erneuert werden sollte.

 RoundupReady Sojabohne – Wiederzulassung in der EU? Gutachten von Martha Mertens, 2007

 Überarbeitete und erweiterte Version der Zusammenfassung, GID Nr. 189, 2008

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Weitere Nachrichten

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 Massiver Pestizideinsatz auf Brasiliens Gentech-Plantagen (03.08.12)
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 BR: Glyphosat - Wundermittel oder Teufelszeug? (19.07.12)
 Uni Leipzig: Glyphosat in menschlichem Urin gefunden (09.07.12)
 Studie: Glyphosat verursacht Zell- und DNS-Schäden im Mund und Rachen (06.07.12)
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 Ein giftiges Geschäft: Gentechnik-Pflanzen und Roundup-Spitzmittel (27.04.11)
 Gift im Garten mit Roundup unkrautfrei (21.04.11)

Informationsflyer

Eine Kurzinformation vom Umweltinsitut München zum meistverkauften Pflanzengift Roundup mit dem krebsauslösenden und umweltschädigenden Wirkstoff Glyphosat.

 Hier als PDF

Mailaktion: Allestöter Roundup verbieten!

Fordern Sie Frau Aigner mit einer E-Mail dazu auf, dafür zu sorgen, dass unsere Felder, unser Tierfutter und unser Essen frei vom Gift Roundup wird, ein Verkaufsstopp glyphosathaltiger Pflanzengifte an Privatpersonen und ein Importstopp genmanipulierter Lebens- und Futtermittel!

 Hier geht's zur Mailaktion des Umweltinstituts München und zu weiteren Aktionen

Beiträge zu Glyphosat

Kontraste

Dieser Beitrag schildert sehr anschaulich, wie Glyphosat wirkt, wie gefährlich das Gift sein kann und wie der Roundup-Hersteller Monsanto sich herausredet.
 Youtube: Studien widerlegen Unbedenklichkeit von Roundup (2009)

Deutschlandradio

Hier wird Steffi Ober vom NABU zu der Verwendung und der Gefährlichkeit des Herbizids Roundup von Monsanto in privaten Gärten interviewt.
 dradio: Umweltschützer kritisieren die Verwendung von Totalherbiziden im Garten (13.07.11)

GM toxic soy is not "responsible"

Der Round Table on Responsible Soy möchte Gentechnik-Soja als verantwortungsvoll verkaufen. Wenn Sie verhindern möchten, dass Gentech-Soja mit einem Nachhaltigkeits-Label auf den EU-Markt gelangt, schreiben Sie eine E-Mail an die großen europäischen Supermarktketten. Aus Deutschland sind dabei: Aldi, Hofer, Lidl, Metro, Edeka:
 www.toxicsoy.org
 www.regenwald.org

Videos

Filme und Videos zu Glyphosat und Gentechnik finden Sie  hier

Roundup und Gentechnik-Pflanzen