Rumänien, Ungarn und Griechenland erteilen der Gentechnik eine Absage

08. Feb. 2006 - Die rumänische Regierung hat ein Anbauverbot für gentechnisch veränderte Soja beschlossen. Ungarn hat angekündigt, das Importverbot für gentechnisch veränderte Maissorten der Linie MON810 aufrechtzuerhalten, und Griechenland erklärt, das Verbot nicht nur zu verlängern, sondern auch auf weitere Sorten auszudehnen.

Rumänien wird den Anbau von Gentech-Soja ab 2007 verbieten 

Die rumänische Regierung hat ein Anbauverbot für gentechnisch veränderte Soja mit Wirkung ab dem 1. Januar 2007 beschlossen. Mit dem Verbot bringt das EU-Beitrittslands seine Bestimmungen zur Gentechnik in Einklang mit der EU-Gesetzgebung. Gentechnisch veränderte Soja ist in der Europäischen Union nicht zum Anbau zugelassen.

Die anhaltende Auseinandersetzung um gentechnisch veränderte Organismen in Europa hat Rumänien veranlasst, Klarheit über den Status des Gentech-Sojaanbaus im Land zu schaffen. Mit Blick auf den EU-Beitritt kommt die rumänische Regierung den EU-Mitgliedstaaten und den europäischen Verbraucher entgegen, die sich mehrheitlich gegen einen Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen aussprechen.

Dem Beschluss der Regierung, den Anbau von gentechnisch veränderter Soja zu untersagen, ging eine Reihe an Gesprächen mit Experten und Beteiligten voraus. Die zuständigen Ministerien und Behörden haben Wissenschaftler und Parlamentsabgeordentete als auch Anwender der Technologie, Vertreter der Saatgutindustrie, Bioanbauverbände und Umweltschutzverbände in den Diskussionsprozess mit eingebunden und angehört.

 The Ministry of Agriculture: The Culitvation of GM-Soy will be banned as of January, 1, 2007

Ungarn hält an GVO-Anbauverbot fest

Ungarn hat angekündigt, das Importverbot für gentechnisch veränderten Mais der Sorte MON810 aufrechtzuerhalten. Ungarische Wissenschaftler hätten herausgefunden, dass der Anbau des Maises, der für den freien Warenverkehr in der Europäischen Union zugelassen ist, eine Gefährdung von Natur und Mensch bedeute, begründet der Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt und Gesundheit Andras Gombos den Beschluss. Neue Forschungsergebnisse hätten gezeigt, dass Pflanzen der Maissorte MON 810 nach starken Regenfällen tausend Mal höhere Toxin-Werte aufweisen als konventioneller Mais.

Das Verbot wurde bereits im Januar letzen Jahres eingeführt. Der ungarische Landwirtschaftsminister Jozsef Graf erklärte, es liege im wirtschaftlichen Interesse Ungarns, das Land gentechnikfrei zu halten. Das Land ist eines der größten Getreideproduzenten in Europa. Der Ministern wird die EU-Mitgliedstaaten auffordern, das Verbot zu unterstützen.

 Hungarian News Agency: Hungary to extend GMO ban 

 Schweizer Landwirtschaft: Ungarn hält an GVO-Anbauverbot fest

Griechenland dehnt nationale Einfuhrverbote aus

Die griechische Regierung in Athen hat angekündigt, das Importverbot für gentechnisch verändertes Saatgut des US-Biochnologiekonzerns Monsanto um weitere 18 Monate zu verlängern .

"Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass der Anbau des MON810 eine akute Gefahr für die Umwelt birgt", begründet der stellvertretende Agrarminister Alexandros Kontos das Importverbot.

Darüberhinaus hat Griechenland das Verbot auf 31 Sorten der Linie MON810 ausgeweitet. Bisher galt das Verbot nur für 17 der gentechnisch veränderten Sorten.

Der Beschluss wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Widerstand der Europäischen Kommission treffen. Diese hatte erst zu Beginn des Monats Griechenland aufgefordert, das Verbot aufzuheben, da ein Beweis für die vom MON810 ausgehende Gefahr nicht erbracht sei.

Nach Quellen der griechischen Zeitung Kathimerini  wird die Regierung diese Streitfrage nicht vor den Europäischen Gerichtshof bringen, sondern auf anderem Wege lösen. Das Ministerium versicherte, die ergangene Entscheidung stünde rechtlich auf einem stärkeren Fundament als die vorausgegangene, da neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorlägen.

 Kathimerini - Greece International English Language Newspaper

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