Oktober 2007 - Und wieder bekommen wir illegalen Gentech-Reis eingeschenkt: Budweiser, die meistverkaufte Premium-Biermarke in den USA, ist aus Gen-Reis gebraut. Das haben Tests von Greenpeace ergeben. Ein unabhängiges Labor hat festgestellt, dass die Reis-Proben aus der Brauerei Anheuser-Busch in den USA mit dem Gentech-Reis LL601 verunreinigt sind.
● Greenpeace, Oktober 2007
Igitt - Genbier!
07.03.2007 - Als hätte es nicht schon genug Ärger mit gentechnisch verändertem Reis gegegeben: Das US-Landwirtschaftsministerium ließ nun vorläufig eine neue Sorte für den Anbau zu. Der Reis namens Oryza sativa L. wurde gentechnisch so verändert, dass er zwei menschliche Proteine herstellt, mit denen Magen-Darm-Erkrankungen und tropische Infektionen behandelt werden können. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich Oryza sativa mit Reis vermischt, der nicht als Medikament, sondern als Lebensmittel verwertet wird.
Die Risiken der Gentechnik demonstriert auch der neueste Fall von Verunreinigung. Das selbe Ministerium musste die Aussat des Langkornreises Clearfield CL131 stoppen, weil in ihm Spuren von gentechnisch verändertem Material gefunden wurden, die weder für den kommerziellen Anbau zugelassen sind noch identifiziert werden konnten. Nun stellte sich heraus, dass es sich dabei um die Reissorte LLRICE604 der Firma Bayer handelt.
Tests im Auftrag von Greenpeace haben verbotenen Gentech-Reis erstmals Mitte September in einem Produkt nachgewiesen, das im Supermarkt zum Verkauf stand. Einen Tag danach ging die EU-Kommission mit ihren Untersuchungsergebnissen an die Öffentlichkeit: Mehr als jede fünfte Probe Langkornreis in Europa enthielt den LL 601-Reis.
Die USA hatte die EU-Kommission zuvor gewarnt, dass kommerziell angebauter Reis mit einer gentechnisch veränderten Variante verunreinigt wurde. Der LL 601-Reis aus den USA und der Bt 63-Reis aus China sind weder in Europa noch in ihren Herkunftsländern zum Verzehr zugelassen.
Beinahe täglich meldeten Handelsketten seit Bekanntwerden der Vermischung, dass sie Reisprodukte aus dem Verkauf nehmen, und Reiskonzerne stoppten ihre Importe aus den USA. Die Europäische Lebensmittelbehörde räumte ein, dass sie nicht über alle notwendigen Daten zum LL 601-Reis verfüge, um eine Risikoprüfung nach den empfohlenen Leitlinien durchzuführen.
Das US-Landwirtschaftsministerium (APHIS) stoppt die Aussat des Langkornreises Clearfield CL131, weil in ihm Spuren von gentechnisch verändertem Material gefunden wurden.
● Greenpeace, März 2007
Nicht identifizierbares Gen-Material in US-Reis entdeckt
● US-Landwirtschaftsministerium, März 2007
Statement
● Telepolis, März 2007
Freilandanbau von genverändertem Reis mit menschlichen Proteinen
Bereits in 45 Lebensmittelproben konnten Spuren von gentechnisch verändertem Reis nachgewiesen werden, teilt die Bundesregierung auf Anfrage der Grünen mit.
● Heute im Bundestag, Nov. 2006
Spuren von gentechnisch verändertem Reis in deutschen Lebensmitteln
Eine Zusammenstellung der Pressemitteilungen der Ministerien in den Bundesländern über die Funde von nicht zugelassenem Gentech-Reis.
● Zuständige Ministerien in den Bundesländern, Okt. 2006
Pressemitteilungen der Ministerien in den Bundesländern
Untersuchungsergebnisse aus Österreich.
● Österreichische Agentur von Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, Okt. 2006.
Ergebnisse der Untersuchungen in Österreich (Ganz unten auf der Seite.)
Die Verunreinigung von Langkornreis durch den nicht zugelassenen Gentech-Reis LL601 aus dem Hause Bayer hat den amerikanischen Reis-Bauern erheblichen Schaden zugefügt. Hunderte Farmer aus dem Süden beteiligen sich deshalb an Sammelklagen. Nun gibt ein 30-seitiges Antwortschreiben von Bayer Crop Science an die Anwälte erste Hinweise auf die Verteidigungsstrategie des Konzerns. Wie die Washington Post berichtet, wären danach höhere Gewalt, aber auch angeblich sorglose Landwirte selbst Schuld an der Misere.
● Telepolis, Nov. 2006.
Schuld ist der liebe Gott ...
Die US-Landwirtschaftsbehörden haben eine in Europa umstrittene Genreis-Sorte des Chemiekonzerns Bayer offiziell zugelassen. Eine eingehende wissenschaftliche Überprüfung habe ergeben, dass die genetische veränderte Langkornreis-Sorte "LL Rice 601" genau so sicher sei wie traditionell gezüchteter Reis, erklärte das US-Ministerium für Landwirtschaft (USDA).
● n-tv, 25. Nov. 2006.
Bayer macht Kasse mit LL 601
● Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Sep. 2006.
Die Wanderung von "Liberty Link 601"
● Financial Times Deutschland, 13. Sep. 2006.
Die Spur der Reisgene
● Greenpeace, 14. Sep. 2006.
Gen-Reis: Sicher ohne Forschung?
● die tageszeitung, 13. Sep. 2006
Wenn ein Sack Reis umfällt
● Der Spiegel, 12. Sep. 2006.
"Versenkt Euren Reis im Ozean"
● Financial Times Deutschland, 12. Sep. 2006.
Gen-Reis schreckt Einzelhandel auf
● Greenpeace, 12. Sep. 2006.
Bayer bunkert
●Times Deutschland, 31. Aug. 2006.
US-Reisbauern setzen Bayer zu
● ARD, 29. Aug. 2006.
Sturm im Wasserglas bei Bayer?
● Telepolis, 30. Aug. 2006.
Kurzer Prozess
Die Antworten zum LL601-Reisskandal geben einen Einblick in das unzureichende Krisenmanagement bei einer unkontrollierten Ausbreitung eines GVOs. Zudem stellt die Regierung klar, dass es keine Rechtsgrundlage für die Rückerstattung der Kontroll- und Analysekosten gibt. Sie plant auch keine zusätzlichen Schritte, damit die geschädigte Wirtschaft vom Verursacher eine Entschädigung erhält.
● Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage, Drucksache 16/3118, Okt 2006.
Verunreinigte Lebensmittelprodukte mit gentechnisch verändertem Reis
Die wissenschaftlichen Daten reichen nicht aus, um entsprechend den Leitlinien zur Risikobewertung von GVOS die Sicherheit des LL 601-Reises zur garantieren. Die Behörde geht trotzdem davon aus, dass der Verzehr keine unmittelbare Gefahr für Mensch oder Tier darstellt.
● Europäische Lebensmittelbehörde, Sep. 2006.
Stellungnahme zur Sicherheit des LL 601
Pressemitteilung
Entscheidung der Kommission vom 05. September 2006 über Dringlichkeitsmaßnahmen hinsichtlich des nicht zugelassenen, gentechnisch veränderten Organismus „LL REIS 601“ in Reiserzeugnissen.
● Europäische Kommission.
Entscheidung über Notmaßnahmen vom 05. September 2006
Entscheidung über Notmaßnahmen vom 23. August 2006
In den USA hat Bayer CropScience eine Zulassung für die Vermarktung des LL 601-Reises beantragt, nachdem das Unternehmen entdeckte, dass die Sorte illegal in den Handel gelangt ist.
● Bayer CropScience, Aug. 2006.
Antragsunterlagen (engl.)
Ergänzende Unterlagen (engl.)
● U.S. Department of Agriculture
Entwurf der Risikobewertung (engl.)
Öffentliche Bekanntmachungen
In der Europäische Union hat Bayer CropScience die Zulassung für eine gentechnische Variante des Liberty Link Reis mit der Bezeichnung LL-Reis 62 beantragt. Aufgrund fehlender Unterlagen hat die EFSA bisher noch kein Gutachten zum Antrag verfasst.
● Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
Summary of the dossier EFSA GMO UK 2004 - 04
● Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Zusammenfassung des Antrags und Risikobewertung der nationalen Zulassungsbehörde

Greenpeace hat beim Discounter Aldi Nord Reis gefunden, der mit illegalem Gen-Reis verunreinigt ist. In dem USParboiled Reis der Marke Bon-Ri wies ein unabhängiges Labor den Gen-Reis LLRice der Bayer AG nach.
● Greenpeace, Sep. 2006.
Illegaler Gen-Reis bei Aldi Nord
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LL601, LL62, Reis den niemand will: Alle EU- und US-Dokumente und diverse Hintergrundpapiere
Der illegale Gentech-Reis breitete sich seit seiner Freisetzung unkontrolliert aus. Lesen Sie, was bisher bekannt wurde.
● Okt. 2006.
Greenpeace: Chronologie des Gen-Reis-Skandals