Dossier

Imker-Klagen

Viele Imker fühlen sich durch den Anbau von gentechnisch verändertem Mais in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Denn Verbraucherinnen und Verbraucher wollen gentechnikfreie Lebensmittel und Imker wollen keinen Gentech-Honig produzieren, was schwierig sein kann: Denn arbeitet ein Imker in der Nähe eines Gentech-Mais-Feldes, lassen sich ziemlich schnell gentechnisch veränderte Bestandteile im Honig nachweisen. Einige Imker haben sich daher zusammengeschlossen und klagen gegen den Anbau von MON 810. Oder sie werden verklagt - weil sie sich wie der Imker Michael Grolm - mit Feldbefreiungen gegen die Bedrohung ihrer Existenzgrundlage wehren.

Oktober 2009 - Ist Honig mit MON 810-Pollen verunreinigt, ist er nicht mehr verkehrsfähig und damit unverkäuflich, so urteilte das Verwaltungsgericht Augsburg im Mai 2008. In einem Rechtsstreit fordern Imker die bayerischen Behörden deshalb auf, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, damit der Eintrag von Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen in ihren Honig verhindert wird. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat nun beschlossen, dem Europäischen Gerichtshof mehrere Fragen zur Entscheidung vorzulegen. Denn offensichtlich sind einige rechtliche Fragen, die Imker betreffen, völlig unklar. Beispielsweise, ob es sich bei Pollen um ein vermehrungsfähigen gentechnisch veränderten Organismus (GVO) handelt. Die Zulassung des MON 810 gilt nämlich nicht für Lebensmittel, die GVO enthalten. Auch ob bei Verunreinigungen von Honig mit gentechnisch verändertem Material die selbe strenge Nulltoleranz gilt wie bei anderen Lebensmitteln, ist unklar.

 bienen-gentechnik: Gentechnik im Honig verboten?

Mai 2008 - Absurder geht es kaum: Das Verwaltungsgericht Augsburg hat am 30. Mai festgestellt, dass Honig, welcher Blütenpollen des gentechnisch veränderten Mais MON 810 enthält, nicht verkehrsfähig ist. Obwohl der Richter anerkennt, dass damit der Imker Bablok wesentlich beeinträchtigt ist, weil er solchen Honig nicht verkaufen darf, hat er nach Auffassung des Gerichtes jedoch keinen Schutzanspruch gegenüber dem Anbau.

 Bienen und Agro-Gentechnik (30.05.2008): Honig mit Gentechnik verboten - Imker jedoch ohne Schutz

 Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg (30.05.08)

Mai 2007 - In einem weiteren Fall wies das Verwaltungsgericht Frankfurt die Klage zurück, weil MON 810-Pollen im Honig  gar kein genetisch veränderter Organismus sei. Wie das dem Großhandel sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern vermittelt werden soll, ist jedoch fraglich.

 Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder: Beschluss Mai 2007

Deutscher Imkerbund positioniert sich gegen Gentechnik

Imker demonstrieren in Bonn für ihre Rechte

Zum Deutschen Imkertag 2007 trafen sich im Oktober rund 600 Imkerinnen und Imker in Frankfurt am Main. Wichtigstes Ergebnis in der Vertreterversammlung am Samstag war die einstimmige Verabschiedung eines gemeinsamen Positionspapiers zur Grünen Gentechnik. Der Beschluss verdeutlicht, dass die Imkerinnen und Imker in Deutschland mit übergroßer Mehrheit die Grüne Gentechnik ablehnen, da Bienen und Bienenprodukte in besonderer Weise von gentechnisch veränderten Organismen betroffen sind.

● Deutscher Imkerbund e.V.
 Positionspapier zur Grünen Gentechnik

Hintergrund

Bienen gehören neben Rindern und Schweinen zu den wichtigsten Nutztieren in Deutschland. Sie bestäuben ca. 80 % aller Blüten. Ohne die Arbeit der Bienen wäre unsere Nahrungsgrundlage bedroht. Umso besorgniserregender, dass die Bienenbestände zurückgehen und Imker Nachwuchsprobleme haben. Die Arbeit der Imker ist unpopulär geworden. Der zunehmende Anbau von Gentech-Mais in Deutschland macht ihnen zusätzlich zu schaffen. Denn bisher hat sich die Gentechnik-Gesetzgebung wenig um den Aspekt der Bienen geschert.

Auskreuzung und Haftung

Bienen haben einen Flugradius von mehreren Kilometern. Zwar sollen Imker nicht haften, wenn ihre Bienen andere Felder kontaminieren. Doch wer haftet, wenn der Honig kontaminiert wird? Besonders bei Forschungsfreisetzungen oder Pflanzen, die keine Zulassung als Lebesmittel haben, ist die Gefahr groß, dass gentechnisch verändertes Material in die Lebensmittelkette gelangen.
Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) fordert deshalb einen Mindestabstand von 3 km zwischen den Anbauflächen von gentechnisch veränderten Pflanzen und dem nächsten Bienenstand.

Standorte

Nur für Imker und Nachbarn ist es mit einem bürokratischen Aufwand möglich, genauere Informationen zu bekommen. Imker müssen allerdings kurzfristig entscheiden, an welchen Standort sie wandern, um eine Tracht zu nutzen. Sie befürchten, dass das Standortregister als Ausschlusskriterium für Orte dienen könnte, die sie für sich und ihre Bienen nutzen. Andererseits muss verhindert werden, dass ihnen Standplätze in der Nähe von Gentech-Anbau-Flächen abhanden kommen, weil Landwirte Auskreuzung verhindern wollen.

Kennzeichnung von Honig

Im Moment gibt es keine klare Kennzeichnungsregelung für Honig. Imker stehen vor dem Dilemma, dass sie einerseits die Wahlfreiheit für Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten wollen. Wenn Honig mit gentechnisch veränderten Pollen verunreinigt ist, sollte dies also gekennzeichnet werden. Andererseits gibt es auch hier ein Haftungsproblem: Wer bezahlt die hohen Analysekosten, die bei einer Kennzeichnung von Honig auf sie zukommen würde?

 Positionspapier: Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund

 Presseerklärung: Österreichischer Erwerbsimkerbund

Bienenschäden

Es kann sein, dass Bienen durch BT-Toxine geschädigt werden. Professor Kaatz von der Universität Kassel stellte durch Versuche zunächst fest, dass Bienen durch das Bakteriengift nicht beeinträchtigt werden. Als sie jedoch zufällig an Parasiten erkrankten, was bei Bienen häufig vorkommt, starben aus der Gruppe, die über längere Zeit ausschließlich mit Bt-Maispollen gefüttert wurden wesentlich mehr Tiere, als aus der Versuchsgruppe mit herkömmlicher Fütterung. "Der Versuch musste schon nach vier Wochen abgebrochen werden. Diese unerwarteten Ergebnisse legen nahe, dass zwischen den Krankheitserregern und dem Bt-Gift eine Wechselwirkung besteht", so Prof. Kaatz in einer Stellungnahme im Bienen-Journal (4/2007).

Bienensterben in den USA

Klein aber - oho! ,,Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr...‘‘ soll Albert Einstein mal gesagt haben. Kein Wunder, dass die Nachricht aus den USA, wo in einigen Regionen 70% der Bienenbestände verendet sind, hohe Wellen schlägt. Mittlerweile sorgen sich nicht nur die Imker um diese wichtigen Tierchen.

Wissenschaftler befürchten, dass bei den Bienen das Immunsystem zusammengebrochen ist, denn sie wiesen mehrere Krankheiten gleichzeitig auf. Deshalb wird das Phänomen mittlerweile auch "Bienen-AIDS" genannt.

Als mögliche Ursache wird immer wieder der Anbau von Gentech-Pflanzen genannt. Zwar konnte ein Zusammenhang bisher nicht nachgewiesen werden. Aber der Anbau von genveränderten Organismen ist in den USA sehr weit verbreitet. Untersuchung der Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen auf Bienen fehlen bisher. Und eine Bienenverträglichkeit wird vor der Freisetzung nicht nachgewiesen.

Umweltorganisationen fordern, dass mehr Geld in die Erforschung des Zusammenhangs zwischen dem Bienensterben und dem Anbau von Gentech-Pflanzen gesteckt wird. Der Sierra Club hat dazu einen Musterbrief an den Vorsitzenden des Agrar-Komitees im US-Senat verfasst.

 Musterbrief an Senator Thomas Harkin, Vorsitzender im Agrarkomitee des US-Senats

Fragen und Antworten

Antworten von Walter Haefeker, Deutscher Berufs- und Erwerbs Imker Bund (DBIB)

Wird der Mais überhaupt von Bienen beflogen und wenn ja, wie stark?

Aktuelle Untersuchungen aus der Schweiz zeigen, dass der Maispollen inzwischen in unserer Kulturlandschaft der meistgesammelte Pollen für unsere Bienen ist. Er macht bis zu 20 Prozent des Jahreseintrags an Pollen aus.
Laut der Bayerischen Landesanstalt für Bienenkunde ergaben Pollenuntersuchungen in den letzten Jahren, dass ein Drittel aller bayerischen Honige Maispollen enthält.
 Studie der schweizerischen Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux

Was ist Bt?

Bacillus thuringiensis (Bt) ist ein Bodenbakterium, das ein für Fraßinsekten giftiges Kristallprotein bildet und als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt wird. Das wirksame Protein wird von den Bt-Bakterien in einer ungiftigen Form (Protoxin) gebildet. Erst im Darm bestimmter Fraßinsekten wird es in eine giftige Variante (Delta-Endotoxin) umgewandelt, die über spezifische Rezeptoren an die Darmwand  der Insekten bindet und diese zerstört.
 GID Nr. 194, Juni 2009: Bt - Bacillus thuringiensis

Wie wirkt Bt-Maispollen auf die Biene?

Diese Frage wurde von Prof. Kaatz von der Universität Halle/Jena untersucht.
„Im ersten Jahr waren die Bienenvölker zufällig mit Parasiten (Mikrosporidien) befallen. Dieser Befall führte bei den Bt-gefütterten Völkern ebenso wie bei den Völkern, die mit Pollen ohne Bt-Toxin gefüttert wurden, zu einer Abnahme der Zahl an Bienen und in deren Folge zu einer verringerten Brutaufzucht. Der Versuch wurde daher vorzeitig abgebrochen.
Dieser Effekt war bei den Bt-gefütterten Völkern signifikant stärker. (Die signifikanten Unterschiede sprechen für eine Wechselwirkung von Toxin und Pathogen auf die Epithelzellen des Darms der Honigbiene. Der zugrunde liegende Wirkungsmechanismus ist unbekannt.) Der Einfluss der Mikrosporidien konnte nicht weiter untersucht werden, da die Anzucht von Mikrosporidien und damit eine gezielte Infektion von Bienenvölkern nicht gelang.“
 bioSicherheit: Auswirkungen von Bt-Maispollen auf die Honigbiene

Ist Bt-Maispollen also für „gesunde“ Bienen kein Problem?

Nach Angaben von Professor Dustmann gibt es keine Bienenvölker ohne Mikrosporidien. Normalerweise führen Mikrosporidien aber zu keinen klinischen Symptomen bei unseren Bienen, wenn das Immunsystem intakt ist. Das Bt-Toxin wird aber vom Bacillus Thuringensis gebildet, um das Immunsystem von Fraßinsekten zu überwinden, indem die Epithelzellen im Darm angegriffen werden. Genau dies scheint das Bt-Toxin auch im Bienendarm auszulösen, wodurch ein Angriffspunkt für die Microsporidien entsteht.  Es ist also keineswegs ein unbekannter Wirkungsmechanismus, sondern genau der, für den das Bt-Toxin bekannt ist.

Wie mache ich meine Bienen „gesund“, so dass sie kein Problem mit Bt-Maispollen haben?

Aus dem Versuchsbericht von Prof. Kaatz über die Auswirkungen von Bt-Maispollen auf die Honigbiene:
„Bei der Wiederholung des Versuchs wurden die Völker zur Vermeidung einer erneuten Infektion prophylaktisch mit einem Antibiotikum behandelt. In diesem Versuch wurden weder Unterschiede im Brutpflegeverhalten noch in der Larvenentwicklung festgestellt. Die Zahl der adulten Bienen sank in den ersten vier Wochen stärker ab als in den Kontrollvölkern. Im Anschluss daran gab es aber keine Unterschiede mehr.“
 bioSicherheit: Auswirkungen von Bt-Maispollen auf die Honigbiene

„Gesunde“ Bienen sind also Völker, die mit Antibiotika behandelt wurden.  Wenn die Mikrosporidien durch Antibiotika beseitigt worden sind, spielt es keine Rolle mehr, dass das Bt-Toxin das Immunsystem im Bienendarm geschädigt hat.  Auf diese Weise erhält man die gewünschten „wissenschaftlichen“ Ergebnisse.

Sollten Bienenvölker in der Nähe von Bt-Maisfeldern prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden, damit sie frei von Microsporidien sind?

Nein, denn dies wäre in der Imkerpraxis natürlich grober Unfug. Besser wäre es, prophylaktisch auf den Anbau von Bt-Mais zu verzichten, damit das Immunsystem unserer Bienen unversehrt bleibt.

Imker verwenden das Bt-Toxin auch bei der Wachsmottenbekämpfung.  Warum gibt es dort keine Probleme?

Das Bt-Toxin braucht einen bestimmten pH-Wert im Darm, um seine Wirkung zu entfalten.  Solange es von den Bienen nicht gefressen wird, verursacht es keine Probleme.

Welche Wirkung hat das Bt-Toxin auf die Bienenlarven?

In der Landwirtschaft wird das Bt-Toxin gegen die Larven von Fraßinsekten eingesetzt.  Die Bienenlarven befinden sich aber in ihren Zellen und werden von den adulten Bienen gefüttert.  Der Darm der Bienenlarven kommt also kaum in direkten Kontakt mit dem Bt-Maispollen. Die adulten Bienen funktionieren als „Vorkoster“ und „Filter“.  Daher ist klar, dass Schäden bei den adulten Bienen und nicht bei den Larven zu erwarten sind. Dies bestätigt auch ein Artikel aus dem "Schweizer Bienenvater": "Da die Pollenaufnahme der Honigbienenlarven nur minimal ist, schließen wir, dass sie insektiziden Proteinen weit weniger ausgesetzt sind, als die Adulten."

Sind massive Bienenschäden durch Bt-Mais zu erwarten?

Allein wegen des Bt-Maises werden die Bienen nicht massenhaft tot vor den Fluglöchern liegen werden. Das Bt-Toxin ist jedoch ein zusätzlicher Stressor, der zusammen mit anderen Faktoren (Pflanzenschutzmittel, Pollenmangel, Varroa, etc.) die Vitalität der Völker bis zur Unwirtschaftlichkeit drücken wird.

Wird Bt-Mais andere bienengefährliche Insektizide überflüssig machen?

Beim Saatgut für Bt-Mais handelt es sich primär um das Genkonstrukt MON810.
Dieses bewirkt vor allem eine Resistenz gegen den Maiszünsler. Eine Wirkung
gegen Drahtwurm, die Fritfliege oder gar Blattläuse wird nicht angenommen.
Es ist daher anzunehmen, dass eine Saatgutbeizung mit Gaucho (Imidachloprid) erfolgen wird.
Damit würde der Bt-Maispollen einen weiteren Stressfaktor enthalten.  Nach meinen Informationen ist die kumulative Wirkung von Bt-Toxin und Imidrachloprid auf Bienen bisher nicht untersucht worden.

Wenn ich Bt-Maispollen in meinen Bienenprodukten habe, sind diese dann kennzeichnungspflichtig?

Zur Frage der Kennzeichnung von Honig gibt es ein Papier der Europäischen Kommission vom 23. Juni 2004. Dort wird zwar versucht zu begründen, warum Honig möglicherweise nicht kennzeichnungspflichtig ist, aber leider bleibt die Rechtslage bei der Honigkennzeichnung verwirrend.
Zunächst muss man wissen, dass sich die 0,9 Prozent bei Gentechnikuntersuchungen  immer auf die Zahl der untersuchten Gene beziehen und nicht auf Volumen oder Gewicht. Da der Nektaranteil des Honigs keine Gene enthält, können sich die 0,9 Prozent nur auf den Pollenanteil beziehen. Daher spielt es keine Rolle, wieviel Pollen im Honig ist.

Für die Imker besteht das Problem, dass es einerseits ohne Kennzeichnung die von der EU versprochene Wahlfreiheit für Erzeuger und Verbraucher nicht gibt, andererseits würden bei einer Kennzeichnungspflicht die hohen Analysekosten die Imkerei unwirtschaftlich machen. Die Industrie weigert sich, die Analysekosten der Nichtanwender zu übernehmen.

Andere Bienenprodukte, wie z.B. Pollen, sind in jedem Fall heute schon kennzeichnungspflichtig und wegen der hohen Analysekosten an Standorten mit Gentechnikfeldern nicht mehr wirtschaftlich zu produzieren.

Standing Committee on the Food Chain and Animal Health
 Summary Record of the 2nd Meeting - 23 Juni 2004

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
 Schriftliche Antwort zu GVO-Kennzeichnungsrichtlinien für Honig und andere Bienenprodukte - 31. Jan. 2006

Die Verbraucher lehnen die Agro-Gentechnik ab.  Wird deshalb kein Bt-Mais kommen?

Der Widerstand der Verbraucher ist ein wichtiger Faktor, aber keinesfalls die Garantie, dass Deutschland gentechnikfrei bleibt.  Schon bei Futtermitteln ist der Verbraucher nicht mehr in der Entscheidungskette. Denn tierische Produkte wie Milch, Eier und Fleisch sind nicht kennzeichnungspflichtig, auch wenn Bt-Mais bei der Fütterung eingesetzt wurde. Es gibt allerdings verschiedene Bemühungen, auch hier Transparenz für den Verbraucher zu schaffen.

Im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe ist der Verbraucher noch weniger an den Entscheidungen beteiligt. Daher gibt es im Moment viel Druck von Seiten der Industrie, den Bt-Mais für Biogasanlagen im großen Maßstab einzusetzen. Der Deutsche Berufs und Erwerbs Imkerbund e. V. wird nicht müde, die Lobby-Verbände für Biogasanlagen darauf hinzuweisen, dass Bienen keinen Unterschied zwischen Kulturen für Lebensmittel und nachwachsende Rohstoffe machen. Wir haben dort auch schon Teilerfolge, da diese Verbände nicht den guten Ruf von Biogas und Biodiesel durch den Einsatz von Gentechnik ruinieren wollen.

Wie kann ich herausfinden, ob im Flugkreis meiner Bienen der Anbau von Gentechnik-Pflanzen geplant ist?

Im Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind alle Flächen verzeichnet, auf denen Gentechnik-Pflanzen angebaut werden (sollen). Das gilt für den kommerziellen Anbau und für die Forschung. Grundlage für die Angabe der Standorte ist das Gentechnikgesetz. Das Standortregister ist im Internet zu finden.
 Standortregister

Was können wir Imker tun?

Zum einen müssen wir uns selbst informieren und können uns leider nicht auf die Aussagen von Wissenschaftlern verlassen.  Wo es um viel Geld geht, gibt es offensichtlich keine freie Wissenschaft.

Der beste Schutz sind gentechnikfreie Regionen. Immer mehr Landwirte schließen sich zusammen, um den gentechnikfreien Anbau in ihrer Region zu sichern.  Diese Bemühungen sollten wir als Imker vor Ort tatkräftig unterstützen.

Quelle: Offizielle Stellungnahme des DBIB (Deutscher Berufs Imker Bund) für den Agrarausschuss des Deutschen Bundestages zur Anhörung am 25.10.06

GID: Transgene Pflanzen und Bienen

Die Imkerei wird durch das derzeit gültige Gentechnikgesetz nicht nur nicht geschützt. Sie wird schlicht ignoriert. Warum das weder im Sinne der Bienen noch ihrer Halterinnen und Halter ist, zeigt dieser Schwerpunkt des Gen-ethischen Informationsdienstes.
 GID 194 - Juni 2009

Postitionspapier des DBIB

Deutscher Berufs und Erwerbs Imker Bund (DBIB) fordert sofortiges Umdenken in der Landwirtschaft
 Positionspapier 12/2008 des Deutschen Berufs und Erwerbs Imkerbundes

Gefährdung der Imkerei durch Agro-Gentechnik

Ausführliche Informationen zum Thema Bienen, Gentechnik und Bt-Mais finden Sie auf  honighaeuschen.de

Imker fliehen vor Genmais

Laut einem gerichtlichen Urteil ist mit Gentechnik verunreinigter Honig nicht verkehrsfähig. Deshalb haben Imker in Bayern zur Maisblüte eine "Fluchthilfe" für ihre Bienen organisiert.
 Bayerisches Fernsehen (Video): Bienen-Asyl: Imker fliehen vor Genmais
 Die Geschichte des Imker Bablok (Frankenpost, 18.10.08)

Video-Clip: Imkerei und Gentechnik

Der evangelische Entwicklungsdienst drehte im Mai 2008 in Bonn bei der Konferenz zur Biologischen Sicherheit. Dieser Bericht dreht sich um die Auswirkungen von Gentech-Pflanzen auf die Imkerei.
 eed.de

Das neue Gentechnikgesetz

Imker, Bienen und Honig werden weder im neuen Gesetzes-Entwurf noch in der Verordnung über die Gute fachlichen Praxis erwähnt.
 Gentechnikgesetz

Bt-Mais und Bienen

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