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Zulassung. MON 863 Mais

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Kommission genehmigt Einfuhr von MON 863 als Futtermittel
(09/08/2005) Die EU-Kommission hat die Einfuhr der genveränderten Maissorte MON 863 als Futtermittel zugelassen. Die Genehmigung wurde dem Hersteller Monsanto für zehn Jahre erteilt.
Für den Einsatz in Lebensmitteln ist eine eigene Entscheidung von EU- Gesundheits- und Konsumentenschutz-Kommissar Markos Kyprianou notwendig, die innerhalb des nächsten Monats fallen soll. Erst dann können die Importe tatsächlich starten.


Zulassung ohne Zustimmung

Die Kommission hat im Alleingang über die Erteilung einer Zulassung entschieden, da es weder dem Regelungsauschuss noch dem Ministerrat gelang, eine Einigung zu erzielen. Die Bedenken einiger Mitgliedstaaten über die Sicherheit des GVOs wurden mit der Entscheidung der Kommission vom Tisch gefegt.


Der Weg durch die Gremien

24. Juni 05 - Ministerrat stimmt ab: Die Umweltminister der EU-Regierungen haben weder für noch gegen die Zulassung des MON 863 eine qualifizierte Mehrheit finden können.

19. Mai 05 - Regelungsausschuss stimmt ab: Der gentechnisch veränderte Mais MON 863 erhielt keine Mehrheit für oder gegen eine Zulassung im Ständigen Ausschuss der EU für GV-Lebensmittel und Futtermittel.

29. September 04 - Regelungsausschuss vertagt Abstimmung: Da viele Mitgliedstaaten Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsbewertung des GVOs durch den Hersteller geäußert haben, wurde keine Abstimmung durchgeführt. Die Mitglieder forderten zunächst eine Neubewertung der Prüfung.

Das Robert-Koch-Insititut hatte Monsantos Antrag auf Zulassung positiv bewertet und an die europäischen Gremien weitergeleitet. Die europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erklärte MON 863 mit einem Gutachten vom 19. April 2004 für unbedenklich.


Antrag auf Zulassung

Monsanto hat sowohl die Zulassung für Lebensmittel, hergestellt aus dem Mais MON 863, im April 2003 beantragt als auch die Genehmigung für das Inverkehrbringen. Ein Antrag auf Zulassung zum Anbau liegt nicht vor.


Sicherheitsbedenken

Bei Fütterungsversuchen mit Ratten kam es zu schädlichen Auswirkungen auf die Organismen der Tiere. Die Prüfung der entsprechenden Studie von Monsanto durch unabhängige Wissenschaftler bestätigt Zweifel an der Sicherheit des MON 863.

Die Unregelmäßigkeiten in Monsantos Zulassungsantrag für den Mais brachte ein französischer Beamter im September 2004 zu Tage. Die Fütterungsversuche an den Ratten waren im Antrag nicht sauber ausgewertet worden. Nach Aufforderung von Greenpeace hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im April dieses Jahres die Freigabe der Studie beschlossen, die dem Antrag zugrunde liegt. Monsantos Beschwerde gegen die Veröffentlichung hat das Oberverwaltungsgericht Münster abgewiesen.

Bedenken gegen MON 863 bringen Forscher auch wegen des eingebauten Antibiotikaresistenz-Gens nptII (Kanamycin) vor. Sie befürchten, die Resistenz überträgt sich auf Mikroorganismen, die bei Menschen und Tieren Infektionskrankheiten auslösen.
(Stand: 09/08/2005)




Dokumente

Beschluss zur Veröffentlichung der Fütterungsstudie zum MON863
Das Oberverwaltungsgericht hat die Beschwerde Monsantos abgewiesen, die der Konzern eingereicht hatte, um eine Veröffentlichung der Fütterungsstudie zum MON 863 zu verhindern.
Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen (98, KB, 20/06/2005)

Entscheidungsvorschlag der Kommission
Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über das Inverkehrbringen eines genetisch veränderten, gegen den Maiswurzelbohrer resistenten Maisprodukts (Zea mays L. Linie MON 863) gemäß der Richtlinie 2001/18/EG des Europäischen Parlaments und des Rates.
Europäische Kommission (1389 KB, 26/04/2005)

Antrag auf Inverkehrbringen
Antrag auf Inverkehrbringen gemäß Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 258/97 über neuartige Lebensmittel vom 17. Februar 2003. Monsanto Europe S.A.
Monsanto (17/02/2003, engl.)

Studien

Unabhängige Bewertungen von Monsantos Fütterungsstudie zum MON 863
Der Bericht stellt gravierende Mängel der Studie des Herstellers fest, die der Risikobewertung des Gentech-Maises dienen sollte. Demnach ist erstens die Datenlage der 1.300 Seiten starken Studie völlig ungenügend, zweitens ist ihre Auswertung fehlerhaft und auch Versuchsaufbau und Statistik sind ausgesprochen fragwürdig. ● Prof. Gilles-Eric Seralini, Commission du Génie Biomoléculaire
Controversial effects on health reported after subchronic toxicity test (141 KB, 06/2005, engl.)
Weitere Berichte zur Studie ● Prof. Arpad Pusztai
Report on the newly provided data (70 KB, 01/11/2004, engl.)
Evaluation of and Final Report on the summary report (96 KB, 15/09/2004, engl.)
Interim report and preliminary evaluation of the summary report (94 KB,12/09/2004, engl.)

Monsantos Bewertung der Fütterungsversuche an Ratten
Fütterungsversuche mit Gen-Mais MON 863 führten dazu, dass sich vermehrt weiße Blutzellen bei den männlichen Ratten bildeten und es auffällige Veränderungen an den Nieren der Tiere gegeben hat. Die Studie selbst wurde zunächst nicht veröffentlich, lediglich eine zusammenfassende Bewertung. ● Monsanto
Summary of 13-Week Dietary Subchronic Comparison Study with MON 863 Corn in Rats (48 MB, 18/12/2004, engl.)
Supplemental Analysis of Selected Findings on the Rat 90-Day Feeding Study with MON 863 Maize (1,14 MB, 04/06/2004, engl.)
Safety Assessment of YieldGard-Rootworm Corn (372 KB, 11/2003)

Gutachten des GVO-Gremiums
Das Gutachten des Wissenschaftlichen Gremiums für genetisch veränderte Organismen bezüglich der Sicherheit von aus genetisch verändertem MON 863 und MON 863 x MON 810-Mais gewonnenen Lebensmitteln und Lebensmittelzutaten.
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (19/04/2004)

Monsantos Fütterungsstudie zum MON 863
Die Studie wurde durchgeführt, um Effekte auf Ratten zu vergleichen, die einerseits über einen bestimmten Zeitraum Futter mit dem gentechnisch veränderten Konstrukt MON 863 bekommen haben und andererseits herkömmliches Futter. ● Monsanto Company. Product Safety
Full Report: 90-day rat feeding study for MON 863 (5.57 MB, 18/12/2002, veröffentlicht am 26/06/2004 engl.)
Excerpt from 90-day rat feeding study for MON 863 (244 KB, 18/12/2002, veröffentlicht am 26/06/2004 engl.)

Hintergrundindos

Monsantos Gen-Mais MON 863: Ungeeignet für Tier und Mensch
Die Prüfung von Monsantos Fütterungsstudie durch Greenpeace bestätigt Zweifel an der Sicherheit des MON 863. Demnach zeigten sich in den Untersuchungen zahlreiche Unterschiede zwischen den Ratten, an die der Gen-Mais verfüttert worden war und denen, die normalen Mais erhielten.
Ratten zeigen Schäden im Fütterungsversuch (84 KB, 06/2004)

Ungenügende Risikobewertung und fehlende Transparenz im Zulassungsverfahren
Greenpeace hat Hintergrundinformationen zu Monsatos Fütterungsstudie zusammengestellt. Zum einen steht die Risikobewertung des Gentech-Mais MON 863 durch den Hersteller Monsanto in der Kritik, zum anderen das Fehlen eines transparenten Zulassungsverfahrens. ● Greenpeace.
Monsanto’s GM corn: Unfit for rats, unfit for humans (83 KB, 09/2004, engl.)

Sammlung von Dokumenten, Stellungnahmen und Studien
Save our Seeds hat die relevanten Hintergrundinformation zum Gen-Mais MON 863 zusammengestellt u. a. Dokumente zur Zulassung und Sicherheitsbewertung in außereuropäischen Staaten.
Save our Seeds (engl.)

Pressespiegel

Europäische Kommission genehmigt die Einfuhr der GV-Maissorte MON 863 für Futtermittel
Die Europäische Kommission hat das Inverkehrbringen der gentechnisch veränderten Maissorte MON 863 für die Einfuhr und die Verarbeitung zu Tierfutter genehmigt. Die Entscheidung erstreckt sich weder auf die Verwendung als Lebensmittel noch auf den Anbau.
Pressemitteilung der EU-Kommission mit Hintergrundinfos (08/08/2005)

Gen-Mais: Studien müssen auf den Tisch
Der US-Agrar-Multi Monsanto wollte die Studie lieber für sich behalten, doch ein deutsches Gericht entschied anders. Jetzt sie veröffentlicht und sorgt für neue Diskussionen über Gen-Mais.
Video auf ZDF.umwelt (03/07/2005)

Deutschland stimmt für Zulassung von MON 863
Deutschland stimmte im Rat zwar für die Zulassung von MON863, gab jedoch zu Protokoll, dass die Bundesregierung weitere Untersuchungen zur Gesundheitsverträglichkeit dieser Maislinie für erforderlich hält.
Pressemitteilung Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (24/06/2005)

Ohne Transparenz keine Zulassung
Die Zulassung des Maises steht immer wieder auf der Tagesordnung obwohl es nach wie vor keine ausreichenden Belege gibt, die die Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von MON 863 ausräumen könnten.
Pressemitteilung der Grünen im Europäischen Parlament (87 KB, 18/05/2005)

Keine Mehrheit für Gentech-Pflanzen
Fachgremium der Europäischen Union im Patt: Weil es für den Anbau von sechs Gentech-Pflanzen weder Zustimmung noch Ablehnung gab, muss nun der Ministerrat entscheiden.
die tageszeitung (30.11.04)

Fütterungsversuche mit MON 863-Mais. EFSA bleibt dabei: Keine Bedenken
Am 20. Oktober 2004 hat das Expertengremium (GMO-Panel) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erneut über den MON863-Mais und die durchgeführten Fütterungsversuche beraten.
bioSicherheit (04.11.04)

Brüssel: Keine Mehrheit für Genmais-Import
Der Import der gentechnisch veränderte Maissorte MON 863 der Firma Monsanto hat im zuständigen EU-Expertengremium in Brüssel am Montag keine ausreichende Unterstützung erhalten. Die Abstimmung im Expertengremium wird verschoben.
derStandard.at (27.09.04)

Gen-Mais: schädlich für Ratten, gesund für Menschen?
Greenpeace fordert Bundesministerin Renate Künast auf, sich gegen die Marktzulassung des Gen-Mais MON 863 auszusprechen. Zudem verlangt Greenpeace Einsicht in einen Untersuchungsbericht zu MON 863, der dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vorliegt.
Pressemitteilung von Greenpeace (17.09.04)

Nagende Zweifel
Am 20. September 2004 ist der Tag der Entscheidung. In der EU wird über MON 863 abgestimmt. Zumindest die zuständige Fachfrau im Bundesamt für Naturschutz will zur Sitzung "einige dicke Fragezeichen" einbringen.
Frankfurter Allgemeine (12.09.04)


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