
Eine neue Studie bekräftigt die Gesundheitsbedenken von Gentechnik-Mais. Drei gentechnisch veränderte Maislinien (MON 810, MON 863, NK603) der Firma Monsanto wurden untersucht. Vor allem die Blutwerte für Leber und Nieren wiesen signifikante Veränderungen auf. Beide Organe sind für das Ausscheiden giftiger Stoffe besonders wichtig und liefern daher einen wichtigen Indikator für Toxizitäten. Daten aus Fütterungsversuchen an Ratten bildeten die Grundlage für die Untersuchung der französischen Wissenschaftler. Monsanto selbst hatte die Versuche in Auftrag gegeben, die Daten jedoch geheim gehalten. Greenpeace konnte jedoch rechtlich erwirken, Teile der Daten öffentlich zu machen. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hatte alle Maislinien als sicher eingestuft. Sie wurden daraufhin zum Import und zur Verareitung in Futter- und Lebensmitteln in der EU zugelassen.
CriiGen: Three Major GMOs Approved for Food and Feed Found Unsafe, Dez. 2009
International Journal of Biological Sciences: A Comparison of the Effects of Three GM Corn Varieties on Mammalian Healt

Die Europäische Kommission in Brüssel hat den MON863 Anfang 2006 als Lebensmittel und als Zutat in Lebensmitteln zugelassen. Bereits im August 2005 genehmigte die Kommission die Einfuhr der genveränderten Maissorte als Futtermittel.
Die Kommission hat im Alleingang über die Erteilung einer Zulassung des Gentech-Maises als Futtermittel entschieden, da es weder dem Regelungsauschuss noch dem Ministerrat gelang, eine Einigung zu erzielen. Die Bedenken einiger Mitgliedstaaten über die Sicherheit des GVOs wurden mit der Entscheidung der Kommission vom Tisch gefegt.
März 2007 - Eine Studie unabhängiger französischer Wissenschaftler belegt das potentielle Gesundheitsrisiko des Gentech-Mais MON863 des Herstellers Monsanto. Er produziert ein Insektengift gegen Schädlinge. Im MON863-Fütterungsversuch mit Ratten wiesen die Tiere Vergiftungssymptome und Schädigungen von Leber und Nieren auf.
"Es gibt erhebliche Mängel in der statistischen Auswertung der Studie, wie sie von Monsanto vorgelegt wurde", sagt Gilles-Eric Séralini von der Universität in Caen, der das französische Wissenschaftler-Team CRIIGEN leitet. "Neben den Schäden an Leber und Nieren wurden auch die Gewichtsveränderungen der Tiere nicht ausreichend untersucht. Weitere wichtige Daten, beispielsweise über Veränderungen des Urins der Tiere, ließ Monsanto unter den Tisch fallen."
Die Unregelmäßigkeiten in Monsantos Zulassungsantrag für den Mais brachte ein französischer Beamter im September 2004 zu Tage. Die Fütterungsversuche an den Ratten waren im Antrag nicht sauber ausgewertet worden. Nach Aufforderung von Greenpeace hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im April 2005 die Freigabe der Studie beschlossen, die dem Antrag zugrunde liegt. Monsantos Beschwerde gegen die Veröffentlichung hat das Oberverwaltungsgericht Münster abgewiesen.
● Greenpeace, März 2007
Zusammenfassung der Seralini-Rattenstudie
Auf den Philippinen ist der MON 863 nicht mehr erwünscht. Als Reaktion auf die unabhängige Studie wurde die Importgenehmigung zurückgezogen. Die EU hat bisher nicht reagiert.
von MON 863 als Lebens und Futtermittel
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz
von MON 863 für Import und Verarbeitung
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz
Entscheidung der Kommission vom 13. Januar 2006 über die Genehmigung des Inverkehrbringens von aus der genetisch veränderten Maissorte MON 863 gewonnenen Lebensmitteln und Lebensmittelzutaten als neuartige Lebensmittel oder neuartige Lebensmittelzutaten gemäß der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates.
● EU-Kommission, Jan. 2006.
Entscheidung der Kommission
In der Antwort auf eine schriftliche Anfrage konnte die Europäische Kommission grundlegende Sicherheitsfragen nicht beantworten. Sie musste zugeben, dass bislang die EFSA - die den Antrag zur Zulassung empfohlen hatte - seit mehreren Wochen nicht in der Lage ist, die wissenschaftlichen Aspekte der Sicherheitsbewertung zu beantworten.
● EU Kommission, Dez. 2005.
Antwort zu den Mängeln im EFSA-Gutachten (12 KB)
● Die Grünen im Europa Parlament, Dez. 2005.
Anfrage zu den Mängeln im EFSA-Gutachten (8 KB)
Pressemitteilung
Das Oberverwaltungsgericht hat die Beschwerde Monsantos abgewiesen, die der Konzern eingereicht hatte, um eine Veröffentlichung der Fütterungsstudie zum MON 863 zu verhindern.
● Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen, Juni 2005.
Beschluss zur Veröffentlichung der Fütterungsstudie (98, KB)
Vorschlag für eine Entscheidung des Rates über das Inverkehrbringen eines genetisch veränderten, gegen den Maiswurzelbohrer resistenten Maisprodukts (Zea mays L. Linie MON 863) gemäß der Richtlinie 2001/18/EG des Europäischen Parlaments und des Rates.
● Europäische Kommission, Apr. 2005.
Entscheidungsvorschlag der Kommission (189 KB)
Das Gutachten des Wissenschaftlichen Gremiums für genetisch veränderte Organismen bezüglich der Sicherheit von aus genetisch verändertem MON 863 und MON 863 x MON 810-Mais gewonnenen Lebensmitteln und Lebensmittelzutaten.
● Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Gremium für genetisch veränderte Organismen, Apr. 2004.
Gutachten der EFSA
Antrag auf Inverkehrbringen gemäß Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 258/97 über neuartige Lebensmittel vom 17. Februar 2003. Monsanto Europe S.A.
● Monsanto, Jan. 2003.
Antrag auf Inverkehrbringennto (engl.)
Unter Verschluss gehaltene Rattenfütterungsstudie mit Monsanto-Gen-Mais MON863
● Monsanto, Dez. 2002
Toxicology Report Summary
Der Bericht stellt gravierende Mängel der Studie des Herstellers fest, die der Risikobewertung des Gentech-Maises dienen sollte. Demnach ist erstens die Datenlage der 1.300 Seiten starken Studie völlig ungenügend, zweitens ist ihre Auswertung fehlerhaft und auch Versuchsaufbau und Statistik sind ausgesprochen fragwürdig.
● Prof. Gilles-Eric Seralini, D. Cellier, Okt. 2005.
Preliminary Report by Criigen on MON 863 tests (94 KB, engl.)
● Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse in einer US-Wissenschaftszeitung
Archives of Environmental Contamination and Toxicology (engl.)
● Prof. Gilles-Eric Seralini, Commission du Génie Biomoléculaire, Juni 2005.
Controversial effects on health reported after subchronic toxicity test (141 KB, engl.)
● Prof. Arpad Pusztai, Nov. 2004.
Report on the newly provided data (70 KB, engl.)
Evaluation of and Final Report on the summary report (Sep. 2004, 96 KB, engl.)
Interim report and preliminary evaluation of the summary report (Sep. 2004, 94 KB, engl.)
Fütterungsversuche mit Gen-Mais MON 863 führten dazu, dass sich vermehrt weiße Blutzellen bei den männlichen Ratten bildeten und es auffällige Veränderungen an den Nieren der Tiere gegeben hat. Die Studie selbst wurde zunächst nicht veröffentlich, lediglich eine zusammenfassende Bewertung.
● Monsanto, Dez. 2004.
Summary of 13-Week Dietary Subchronic Comparison Study with MON 863 Corn in Rats (48 MB, engl.)
Supplemental Analysis of Selected Findings on the Rat 90-Day Feeding Study with MON 863 Maize (Juni 2004,1,14 MB, engl.)
Safety Assessment of YieldGard-Rootworm Corn (Nov. 2003, 372 KB, engl.)
Die Studie wurde durchgeführt, um Effekte auf Ratten zu vergleichen, die einerseits über einen bestimmten Zeitraum Futter mit dem gentechnisch veränderten Konstrukt MON 863 bekommen haben und andererseits herkömmliches Futter.
● Monsanto Company. Product Safety, Dez. 2002.
Full Report: 90-day rat feeding study for MON 863 (5.57 MB, veröffentlicht am 26/06/2004, engl.)
Excerpt from 90-day rat feeding study for MON 863 (244 KB, veröffentlicht am 26/06/2004, engl.)
Die Prüfung von Monsantos Fütterungsstudie durch Greenpeace bestätigt Zweifel an der Sicherheit des MON 863. Demnach zeigten sich in den Untersuchungen zahlreiche Unterschiede zwischen den Ratten, an die der Gen-Mais verfüttert worden war und denen, die normalen Mais erhielten.
● Greenpeace, Juni 2005.
Ungeeignet für Tier und Mensch (84 KB)
Unfit for rats, unfit for humans (Sep. 2004 ,83 KB, engl.)
Save our Seeds hat die relevanten Hintergrundinformation zum Gen-Mais MON 863 zusammengestellt u. a. Dokumente zur Zulassung und Sicherheitsbewertung in außereuropäischen Staaten.
● Save our Seeds
Dossier zum MON 863 (engl.)
Die Europäische Kommission in Brüssel hat den europäischen Markt für drei weitere Gen-Maislinien des US-Gentechnikgiganten Monsanto geöffnet. Als Lebensmittel oder als Zutat in Lebensmitteln wurden der umstrittene Gen-Mais MON863 sowie der Gen-Mais GA21 zugelassen.
● Greenpeace, Jan. 2006.
Gen-Mais MON863 als Lebensmittel zugelassen
Die Europäische Kommission hat das Inverkehrbringen der gentechnisch veränderten Maissorte MON 863 für die Einfuhr und die Verarbeitung zu Tierfutter genehmigt. Die Entscheidung erstreckt sich weder auf die Verwendung als Lebensmittel noch auf den Anbau.
● Europäische Kommission, Aug. 2005.
Einfuhr der GV-Maissorte MON 863 für Futtermittel genehmigt
Der US-Agrar-Multi Monsanto wollte die Studie lieber für sich behalten, doch ein deutsches Gericht entschied anders. Jetzt sie veröffentlicht und sorgt für neue Diskussionen über Gen-Mais.
● ZDF Umwelt, Juni 2005.
Studien müssen auf den Tisch
Deutschland stimmte im Rat zwar für die Zulassung von MON863, gab jedoch zu Protokoll, dass die Bundesregierung weitere Untersuchungen zur Gesundheitsverträglichkeit dieser Maislinie für erforderlich hält.
● Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktursicherheit, Juni 2004.
Vorsorgeprinzip gilt auch weiterhin
Die Zulassung des Maises steht immer wieder auf der Tagesordnung obwohl es nach wie vor keine ausreichenden Belege gibt, die die Zweifel an der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von MON 863 ausräumen könnten.
● Die Grünen im Europäischen Parlament, Mai 2005.
Ohne Transparenz keine Zulassung (87 KB)
Fachgremium der Europäischen Union im Patt: Weil es für den Anbau von sechs Gentech-Pflanzen weder Zustimmung noch Ablehnung gab, muss nun der Ministerrat entscheiden.
● die tageszeitung, Nov. 2004.
Keine Mehrheit für Gentech-Pflanzen
Am 20. Oktober 2004 hat das Expertengremium (GMO-Panel) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erneut über den MON863-Mais und die durchgeführten Fütterungsversuche beraten.
● bioSicherheit, Nov. 2004.
EFSA bleibt dabei: Keine Bedenken
Greenpeace fordert Bundesministerin Renate Künast auf, sich gegen die Marktzulassung des Gen-Mais MON 863 auszusprechen. Zudem verlangt Greenpeace Einsicht in einen Untersuchungsbericht zu MON 863, der dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vorliegt.
● Greenpeace, Sep. 2004.
Schädlich für Ratten, gesund für Menschen?
Am 20. September 2004 ist der Tag der Entscheidung. In der EU wird über MON 863 abgestimmt. Zumindest die zuständige Fachfrau im Bundesamt für Naturschutz will zur Sitzung "einige dicke Fragezeichen" einbringen.
● Frankfurter Allgemeine, Sep. 2004.
Nagende Zweifel
● Zahlen und Statistiken:
Was wächst wo?
● Amflora:
Zugelassen aber nicht gefragt

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