Ein friedliches Nebeneinander von gentechnisch veränderten und nicht veränderten Saaten ist nicht möglich. Dies belegt eine spanische Studie. Zwischen 2004 und 2007 reduzierte sich die Anbaufläche von Bio-Mais um 75 Prozent, in Katalonien von 2002 auf 2005 um fünf Prozent. Der Grund liegt laut einer neuen spanischen Studie darin, dass es eben keine Infrastruktur zur Trennung der Saaten gibt.
Vienna.at: Gen-Mais "vertreibt" normalen Kukuruz (01.07.08)
Soyatech.com: Transgenic and Organic Agriculture Cannot Coexist (01.07.2008)
Im vorliegenden Gutachten wurde herausgearbeitet, welche Faktoren die Ausbreitung von Maispollen begünstigen. Hierzu wurden die Einflüsse auf Intensität und raum-zeitliche Variation von Pollenschüttung und –deposition betrachtet und Worst-Case-Annahmen abgeleitet. Nachfolgend wurden bestimmte meteorologische Situationen und Feldanordnungen per Ausbreitungsmodellierung näher untersucht und die Ergebnisse mit mehrjährigen Freilanddaten verglichen, die unter normalen Anbaubedingungen gewonnen wurden.
Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass unter Worst-Case-Annahmen die Ausbreitungsgradienten ungünstiger ausfallen können als aus den Freilandmessungen des unter normalen Anbaubedingungen zu erwarten wäre. Erst im km-Bereich (ca. 800 m bis 1.200 m) nähern sich die Kurven unter Worst-Case-Annahmen dem oberen 90%-Vertrauensintervall für Einzelfälle aus den Freilandmessdaten an und unterschreiten es.
● Frieder Hofmann, Dez 2008
Gutachten zur Ausbreitung von Maispollen unter Worst-Case-Annahmen
Die Ergebnisse aus dieser Untersuchung sowie aus der Literatur belegen übereinstimmend, dass ein beachtlicher Transport von Maispollen in Entfernungsbereiche von 1 km und mehr vorkommt. Das Gutachten liefert damit einen wichtigen Baustein, um die Exposition von Nicht-Zielorganismen beim Anbau von GV-Mais abschätzen zu können und entsprechend verlässliche Sicherheitsabstände zu Schutzgebieten festzulegen.
● Frieder Hofmann, Mai 2007
Kurzgutachten zur Abschätzung der Maispollendeposition in Relation zur entfernung von Maispollenquellen mittels technischem Pollensammler PMF

In seinen Modellierungen stellte das Joint Research Centre der EU fest, dass sich Einkreuzungen von mehr als 0,1% in konventionelles Maissaatgut nicht vermeiden lassen, wenn der Wind aus Richtung der Fläche mit gentechnisch verändertem Mais weht. Es sei denn der Isolationsabstand betrage mehr als 1000 Meter und die Saatgutproduktionsflächen umfassen mindestens 10 Hektar.
● Méssean et al., Joint Research Centre, 2006
New case studies on the coexistence of GM and non-GM crops in European agriculture
Wissenschaftler der englischen Universität Exeter haben herausgefunden, dass das Mischpotential, das sogenannte "Auskreuzungsrisiko", in Versuchsfeldern meist deutlich unterschätzt wird.
● Martin Hoyle and James E. Cresswell, University of Exeter, November 2006
Ecological Applications: The effect of wind direction on cross-pollination in wind-pollinated GM crops

Der staatliche Erprobungsanbau in Bayern 2005 belegt größere Auskreuzungsdistanzen von gentechnisch veränderterem Mais als die Ergebnisse des Anbaus der InnoPlanta e. V im vorausgegangenem Jahr. Erst ab einer Entfernung von 55 Metern liegt eine gentechnische Verunreinigung unter dem für die Kennzeichnung verantwortlichen Schwellenwert von 0,9 Prozent.
● Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, Juni 2006.
Bericht zum Erprobungsanbau 2005 (526 KB)
Mit den ersten Ergebnisse des Erprobungsanbaus der InnoPlanta e. V. mit gentechnisch verändertem Mais in Deutschland 2004 sollen Empfehlungen für ein gleichberechtigtes Miteinander des Anbaus von konventionellem Mais und gentechnisch verändertem Mais in der Praxis erarbeitet werden.
● InnoPlanta e.V., Nov. 2004.
Hintergrund zum Erprobungsanbau (75 KB)
● Prof. E. Weber, Universiät Halle, Nov. 2004.
Präsentation zum wissenschaftlichen Begleitprogramm (3,66 MB)
● Save our Seeds, Nov. 2004.
Kritische Stellungnahme (95 KB)
● Bundesprogramm Ökologischer Landbau, Nov. 2004
Kritische Stellungnahme
Die Studie untersucht den Gentransfer von neun verschiedenen Wildrapspopulationen als auch Rapssorten, die in den letzten fünf Jahren hauptsächlich in Österreich angebaut wurden. Die Autoren verfolgen den Weg von Auskreuzungen zurück, um festzustellen, woher sie stammen.
● Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Österreich, Jan. 2006
Auskruezungspotentional von transgenem Raps (2,7 MB, engl.)
Frieder Hofmann stellte frest, dass die Entfernung bei gleichem Maispollenfluss (250.000 Maispollen/m² entsprechend 0,05 Pollen/m³) von 150m bis 4000m variiert.
● Hofmann et al., BfN-Skripten 139, 2005
Technische und biologische Pollenakkumulatoren und PCR-Screening für ein Monitoring von gentechnisch veränderten Organismen
Bannert und Stamp konnten in weißem Mais Einkreuzungen bis 0,02% in Entfernungen bis zu 4.440 Metern feststellen.
● Michael Bannert & Peter Stamp, ETH Zurich 2005
Cross fertilization in maize – results of a Swiss study (9.138 KB)
In diesem Gutachten wird der Wissensstand zu nutzpflanzenspezifischen Auskreuzungsraten über unterschiedliche Distanzen dargestellt. Daraus werden Isolationsabstände abgeleitet soweit die empirische Datenlage dies zulässt.
● Ruth Brauner, Katja Moch, Holger Christ, Öko-Institut e.V., Sep. 2004.
Nutzpflanzenspezifische Auskreuzungsraten (365 KB)
Publikationen zum Gentransfer und Monitoring in der Zeitschrift Nature Biotechnology, Volume 22, Number 9, September 2004.
● J. A. Heinemann/T. Traavik
Probleme beim Monitoring des horizontalen Gentransfer (146 KB, engl.)
● K. M. Nielsen/J. P. Townsend
Monitoringmodell zum Gentransfer (134 KB, engl.)
● Harry j. Gilbert u. a.
"Informativer" horizontaler Gentransfer (77 KB engl.)
Modellrechnungen zeigen, dass ein Anbau von GV-Raps in unmittelbarer Nachbarschaft von konventionellem Raps – frei von GV-Pflanzen - nicht möglich ist.
● Ulrike Middelhoff, Wilhelm Windhorst, Ökologie-Zentrum, Universität Kiel. Jan. 2004.
Zwischenergebnisse einer Studie für Schleswig-Holstein (148 KB)
Zwischenergebnisse (engl.)
Die Dissertation empfiehlt, Freisetzungen von transgenem Raps mit einem Monitoring zu begleiten, das insbesondere der Suche nach Auskreuzungsereignissen (Hybriden) und der Beobachtung von deren Verhalten in naturnahen Pflanzengesellschaften dient.
● Christoph Werner Saure, Diss. FU Berlin, Okt. 2003.
Dissertation zu Pollentransfer und Auskreuzung (10.03)
Maispollen kann nach dieser Studie mindestens 800 Meter weit getragen werden.
● Dr. Rob Treu, Prof. Jean Emberlin, Report for the Soil Association, 2000
Pollen dispersal in the crops Maize (Zea mays), Oil seed rape (Brassica napus ssp oleifera), Potatoes (Solanum tuberosum), Sugar beet (Beta vulgaris ssp. vulgaris) and Wheat (Triticum aestivum)
Die Autoren berechnen u.a. in einem Modell, dass Maispollen bei einer Windgeschwindigkeit von 2m/s in 24 Stunden 172,8 km weit fliegen können.
● Dr. Jean Emberlin im Auftrag der Soil Association, 1999
A report on the dispersal of maize pollen
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