Die Gegner und Gegnerinnen der Gentechnik machen ernst. Mehrere Felder, auf denen der Anbau von Gentech-Pflanzen geplant war, wurden dieses Jahr besetzt. Die AktivistInnen haben ein klares Ziel: Sie wollen eine feste Zusage, dass die Anbauversuche abgesagt werden.

Die Auseinandersetzung um die Einsaat von genmanipuliertem Mais-Saatgut auf einem Feld in der Elbtalaue scheint ihr vorläufiges Ende gefunden zu haben: Nach einer kurzen Konfrontation mit dem Eigentümer der Flächen und seinen Helfern gelang es Gentechnik-Gegnern auch das letzte für den Genmais vorgesehene Feld vollständig mit konventionellem Mais einzudrillen. Seit Mitte April hatten Gentechnikgegner - zunächst mit einer Mahnwache, dann mit einer Felbesetzung - versucht, den Gentech-Bauern im Wendland an der Aussaat des Monsanto-Maises zu hindern.
Damit auch künftig kein Gen-Mais auf den Acker gelangt, soll am Sonntag, den 15. Juni 2008 ein Mahnmal unter dem Motto „Mahnwache geht, Mahnmal bleibt“ aufgestellt werden.
Aktuelle Infos gibt es hier:
Blogspot: Gentechnik im Wendland
Es werden dringend noch Spenden benötigt, um die Aktionen zu finanzieren. Gesammelt wird direkt in Laase am Deich.
wendland.net (10.06.2008): Ein Acker ist ein Acker ist ein Acker ...
Neues Deutschland (22.05.2008)
Gendreck-weg: Monsanto wird nervös
taz.de: Gen-Gallier wider die Mais-Manipulation
Die Besetzung eines Gentech-Kartoffel-Ackers in Mecklenburg-Vorpommern wurde am 30.04.2008 von der Polizei geräumt. Mehrere BesetzerInnen wurden in Gewahrsam genommen. In einer Erklärung kritisierten die Besetzer am Donnerstag das Vorgehen der Beamten. Drei Personen, die sich auf acht Meter hohen Holztürmen angekettet hatten, seien durch das Eingreifen der Polizei stark gefährdet worden. "Von der Räumung der Holzkonstruktionen waren die anwesenden Polizeikräfte offensichtlich technisch überfordert", berichtete Philipp Grunwald, der auf einem der Türme saß.

Vier Genversuchsfeldern sollte es dieses Jahr in Hessen geben. Doch dank des überwältigendem Engagement der Bürgerinnen und Bürger wurden die Versuche verhindert:
● Am 25. April besetzten AktivistInnen das Versuchsfeld in Groß-Gerau. Schon drei Tage später kündigte die Uni Gießen an, auch hier keine Freisetzungen dieses Jahr durchzuführen. "Hochschul- und Institutsleitung waren sich darin einig, dass bei dem gegebenen Widerstand vor Ort und dem politischen Umfeld diese Wertprüfungen nicht wie vorgesehen durchzuführen sind.", so heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. Am gleichen Tag (29.04.08) haben die Grünen für einen Antrag im Landtag eine Mehrheit erhalten. Sie fordern eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Hessen. Die BesetzerInnen wollen das Feld noch nicht räumen, sonder planen für Mittwoch, den 30.04.08 um 20.00 Uhr ein Fest auf dem Acker, bei dem mit Musik und bester Laune die verhinderte Freisetzung gefeiert wird.
● BürgerInneninitiativen in Niedermöllrich (bei Wabern) und Rauischholzhausen (Ebsdorfergrund) stoppten den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen von Monsanto und der Uni Gießen.
● Eine spektakuläre Feldbesetzung vom 30. März bis 18. April brachte dem Gen-Gerstenversuch in Gießen ein jähes Ende.
indymedia.org: Widerstandsfrühling 08
Allgemeine Zeitung (30.04.2008): Gegen Gentechnik in Landwirtschaft
Die Grünen: Mehrheit für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Hessen
indymedia.org (28.04.2008): Genversuch in Groß-Gerau abgebrochen!
IDW: Presseerklärung der Universität Gießen zu Groß-Gerau
indymedia.org (25.04.2008): Letztes hessisches Gentech- Feld besetzt!
Weitere Meldungen zu den Feldbesetzungen:
Main-Spitze: Solidarität mit Gentechnik-Gegnern gezeigt
Presseerklärung der Aktivisten vom 16.4.2008
indymedia.org: Gießen: Aus Genfeld soll Bürgerpark werden! (16.4.2008)
Gendreck-Gießen: Homepage mit weiteren Infos
indymedia.org: 4. Bericht nach 10 Tagen
FR-Online: Gegner der Gentechnik im Aufwind
Die Grünen: Universität Gießen verzichtet auf Genmais-Aussaat in Ebsdorfergrund
Freitag 15: Turmbau zu Gießen
Eßlinger Zeitung: Gentech-Gegner halten Feld weiterhin besetzt
Oberhessische Presse: Gegner der Gentechnik demonstrieren

Am Donnerstag Morgen (24.4.2008) hatten Gentechnik-Aktivisten das Gentechnik-Versuchsfeld in Rheinstetten-Forchheim bei Karlsruhe besetzt. Rund zwei Dutzend Gentechnik-Kritiker haben einen zehn Meter hohen Turm und ein Zeltdorf auf dem Acker errichtet. Nach der Zustellung einer Räumungsverfügung und dem Aufmarsch von hunderten von Polizisten räumten die BesetzerInnen das Feld jedoch wieder. Die AnwohnerInnen aus Rheinstetten solidarisierten sich mit den FeldbesetzerInnen.
Die aktuellsten Meldungen gibts hier:
MediaWiki: Feldbesetzung Forchheim
Presse:
ka-news.de: Besetzung mit Räumungsverfügung beendet
ka.news.de (25.4.2008): "Operation Maisfeld": Aktivisten besetzen Gentechnik-Acker

Trotz der Feldbesetzung von mehreren Aktivistinnen auf einem Acker bei Northeim, hat das Saatgut-Unternehmen KWS am 29. April mit Hilfe der Polizei Gentech-Zuckerrüben auf dem Feld ausgesät. Die BesetzerInnen protestierten seit zweieinhalb Wochen gegen die Aussaat der Gentech-Pflanzen. Gestern hatten Sie jedoch gegen 400 Mitarbeiter der KWS keine Chance: Das Feld wurde mit Zäunen abgesprerrt und die Gentech-Saat auf 1000 qm ausgebracht. Bis heute um 12.00 haben die Aktivistinnen Zeit, das Feld zu verlassen, sonst werden sie geräumt. Die Besetzerinnen haben aber Besseres vor. Sie wollen mit einem Demonstrationszug durch Northeim ziehen und die Bevölkerung über die Gentech-Versuche informieren.
Letzte Meldungen zum Thema:
HNA online: Vom Acker gemacht (30.04.2008)
linie eins: Hitzige Debatte um Gentechnik nach dem Ende der Northeimer Feldbesetzung (30.04.2008)
moz.de: Niederlage im Kampf um die Gen-Rübe - Felbesetzung beendet (29.04.2008)
zeit.de: Eskalation auf dem Acker
Neues Deutschland: Zeltdorf an der Bahntrasse (21.04.2008)
HNA online: Feldbesetzer gehen in die Luft (18.04.2008)
indymedia: Feldbesetzung Northeim - der Turm steht (16.04.2008)
Gießener Allgemeine: Gentechnikgegner besetzen Versuchsfeld
Land und Forst: Gentechnik-Gegner besetzen Feld bei Northeim
Umweltinstitut München: Online Aktion Gen-Rübe
KWS Saat: Presseerklärung (15.04.2008)
Presseerklärungen der unabhängigen Aktionsgruppe

Die FeldbesetzerInnen in Oberboihingen haben ihr Ziel erreicht: Die Fachhochschule Nürtingen wird in den nächsten fünf Jahren auf dem Versuchsfeld keine weiteren Freisetzungen von Gentech-Mais durchführen. Diese Nachricht bekamen die AktivistInnen in einem Gespräch mit der Direktion der Fachhochschule.
Seit Freitag steht ein zehn Meter hoher Turm auf dem Versuchsfeld. 20 Gentechnik-GegnerInnen demonstrieren seitdem auf dem Acker ihre Ablehnung der gefährlichen Versuche, informieren Besucherinnen und Besucher und bekommen viel Unterstützung durch Spenden von der Bevölkerung. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen und abends Volxküche. Die Polizei hat bisher in den friedlichen Protest nicht eingegriffen.
Nach der erfreulichen Meldung wollen die AktivistInnen den Platz jedoch nicht sofort räumen, sondern ihren Erfolg ordentlich feiern. Ein Punkt ist auch noch ungeklärt: Die Firma Monsanto, die der Eigentümer der getesteten Gentech-Pflanzen ist, hat ein Nutzungsrecht der Fläche bis 2011. Ob bis dahin noch ein Monitoring durchgeführt wird, oder ob der Konzern sich lieber komplett zurückzieht, bleibt abzuwarten.
Nürtinger Stattzeitung: Genfeld-BesetzerInnen erreichen Gespräch mit FH-Rektor
Pressemitteilung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen
Gendreck-Weg: Feldbesetzung gegen Genmais
Stuttgarter Nachrichten: Dank Besetzug naht das Ende
scharf-links.de: Karin Binder (Die LINKE) unterstützt die Anliegen der Gentechnikfeld-BesetzerInnen
Eßlinger Zeitung: Demonstranten wollen die Aussaat verhindern
Stuttgarter Nachrichten: Turmbau auf Versuchsfeld
● "Ohne Gentechnik":
Briefvorlage: Fordern Sie eine gentechnikfreie Produktion!
● MON 810:
Auch Rumänien will Anbau-Verbot durchsetzen
● Neues Gentechnikgesetz:
Hier finden Sie die konsolidierte Fassung des Gentechnikgesetzes
Mit gewagten Turmkonstruktionen gegen Genpflanzen. Fotoreportage von Timo Vogt/randbild.de
Junge Welt (21.06.08)
Die direkten gewaltfreien Aktionen der letzten Monate gegen die Agro-Gentechnik lassen auf einen heißen Sommer des Zivilen Ungehorsams hoffen. Hier erfahren Sie, erfahrt ihr, was in den nächsten Monaten für Aktionen auf der Tagesordnung der gewaltfreien Bewegung stehen. Zudem liefert der Artikel eine aktuelle Chronik der Anti-Gentech-Aktionen.
graswurzel.net (Sommer 2008): Kämpferische Frühlings- und Sommergefühle
Lea Hinze ist 28 Jahre alt und hat sich entschieden: Für den Kampf gegen Grüne Gentechnik, gegen ein bürgerliches Leben. Warum sich die Aktivistin dazu verpflichtet fühlt, erfahren Sie hier:
taz.de: Ein Leben gegen Gentechnik - eine Aktivistin erzählt (28.05.2008)
Von ursprünglich vier hessischen Orten, an denen in diesem Jahr Feldversuche mit genmanipuliertem Saatgut geplant waren, ist nur noch einer übrig geblieben.
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